Die Pariser Oper präsentiert eine besonders ereignisreiche Spielzeit 2026/2027, die von einer unerwarteten Neuinszenierung gekrönt wird: der Opernadaption von Pierre Lemaitres Roman *Miroir de nos peines*. Dieses Werk, das sich mit dem Debakel von 1940 auseinandersetzt, ist eine von sieben angekündigten Neuproduktionen und unterstreicht das Engagement der Oper für einen Dialog zwischen zeitgenössischer Literatur und Opernbühne.
Ein historisches Epos, das auf die Bühne übertragen wurde
Als Fortsetzung der mit *Au revoir là-haut* begonnenen Trilogie erzählt dieser Roman die Geschichte von Louise, einer jungen Frau, die im Frühjahr 1940 in die Wirren des Exodus gerät. Die Rolle wird von der Sopranistin Vannina Santoni gesungen, die Regie führt Mariame Clément, die Musik stammt vom spanischen Komponisten Héctor Parra. Diese Adaption, ein Auftragswerk der Pariser Oper, unterstreicht deren Bestreben, das Repertoire durch moderne und zugängliche Erzählungen zu erneuern.
Die Saison umfasst insgesamt 32 Aufführungen im Palais Garnier und der Opéra Bastille, darunter 19 Opern und 13 Ballettprogramme. Die neue, von Lemaitre inspirierte Oper verspricht neben anderen bemerkenswerten Darbietungen, die Tradition und zeitgenössische Kunst verbinden, zu den Höhepunkten zu zählen.
Wagner, zeitgenössischer Tanz und große Abschiede stehen auf dem Programm.
Das Programm wird zudem von einem Höhepunkt geprägt sein: einem Zyklus, der Richard Wagners Ring des Nibelungen gewidmet ist und im Herbst die Götterdämmerung umfasst, gefolgt von einem Festival, das alle vier Teile der Tetralogie vereint. Vorträge und eine Ausstellung begleiten diese Veranstaltung und unterstreichen die Bedeutung, die der kulturellen Vermittlung beigemessen wird.
Im Ballettbereich wechselt die Saison zwischen großen Klassikern und zeitgenössischen Kreationen, mit dem Debüt neuer Choreografen wie Cathy Marston und Johan Inger. Ein besonderes Highlight ist der Abschied der Primaballerina Dorothée Gilbert, die im Oktober 2026 ihre Bühnenkarriere beendet.
Diese Saison markiert schließlich den Beginn einer umfassenden Renovierungsphase im Palais Garnier, dessen Bühne ab Sommer 2027 für zwei Jahre geschlossen sein wird. Dies stellt einen bedeutenden Wandel für das Haus dar, das dennoch weiterhin eine starke Dynamik aufweist und seit 2025 eine Auslastung von nahezu 97 % verzeichnet.
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