Der Louvre startet ein Großprojekt zur Restaurierung der Rubens-Gemälde aus dem Besitz von Marie de Medici.
Der Louvre startet ein Großprojekt zur Restaurierung der Rubens-Gemälde aus dem Besitz von Marie de Medici.

Der Louvre bereitet eines der größten Restaurierungsprojekte seiner Gemäldesammlung vor. Ab Herbst 2026 werden die 24 monumentalen Gemälde aus Rubens’ Marie-de-Medici-Zyklus direkt in der Galerie, in der sie ausgestellt sind, restauriert. Das seit zehn Jahren geplante Projekt hat zum Ziel, die fragilen Werke zu retten und dieser bedeutenden Sammlung barocker Gemälde einen Teil ihres einstigen Glanzes zurückzugeben.

Eine Restaurierung, die durch den Zustand der Kunstwerke dringend notwendig wurde.

Das Museum beschloss die Einführung dieses Programms nach einer 2016 durchgeführten Zustandsanalyse, die durch Untersuchungen in den Jahren 2020 und 2023 bestätigt wurde. Laut Louvre befindet sich die Sammlung sowohl in einem besorgniserregenden Erhaltungszustand als auch in einem unbefriedigenden Präsentationszustand. Bei mehreren Gemälden blättert die Farbschicht ab, während die Firnisse im Laufe der Zeit oxidiert sind, die Oberflächen vergilbt haben und die Lesbarkeit der Farben erheblich beeinträchtigt ist.

Sébastien Allard, Direktor der Gemäldeabteilung des Louvre, fasste das Problem in einem Interview mit der AFP sehr konkret zusammen: „Der Himmel sollte blau sein, er ist grünlich. Die Rottöne sind völlig gedämpft.“ Mit anderen Worten: Das, was die Stärke von Rubens ausmacht – seine Materialien, sein Licht, seine Palette – scheint heute durch die Spuren alter Restaurierungen und den allgemeinen Schmutz teilweise beeinträchtigt zu sein.

Vier Jahre Arbeit im Herzen der Medici-Galerie

Es wurde beschlossen, den Gemäldezyklus vor Ort in der Medici-Galerie zu restaurieren, die ab Mai geschlossen und in eine große Werkstatt umgewandelt wird. Laut Louvre wird der 550 m² große Raum speziell für dieses außergewöhnliche Projekt ausgestattet: Staffeleien für sehr große Formate, Behandlungstische, Abzugshauben für Lösungsmittel, Laufkräne und spezielle Sicherheitsvorrichtungen. Zwei Restauratorenteams werden parallel an jeweils zwölf Gemälden arbeiten.

Der Umfang des Projekts spiegelt die Bedeutung dieser Gemäldesammlung wider, die zwischen 1622 und 1625 für den Palais du Luxembourg entstand: 24 Werke, fast 293 Quadratmeter bemalte Fläche und eine Restaurierungskampagne, die laut Museum voraussichtlich vier Jahre dauern wird. Die Finanzierung, die auf rund 4 Millionen Euro geschätzt wird, erfolgt durch die Société des Amis du Louvre (Freunde des Louvre). Der Louvre beabsichtigt außerdem, bestimmte Restaurierungsphasen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit dieses Projekt nicht gänzlich hinter verschlossenen Türen bleibt.

Eine Schlüsselkollektion in Rubens' Karriere

Der Marie-de-Medici-Zyklus ist nicht einfach nur eine weitere Gemäldesammlung. Laut Louvre ist er Rubens’ bedeutendster Auftrag überhaupt. Konzipiert als umfassende politische Huldigung der Königin, Witwe Heinrichs IV. und Mutter Ludwigs XIII., entfaltet dieser Zyklus ihr Leben und erhebt sie zur historischen Allegorie. Blaise Ducos, Kurator für flämische Malerei, erinnerte die AFP daran, dass er als „eine gewaltige politische Allegorie rund um die Königin“ definiert werden kann.

Diese Restaurierung ist daher auch von historischer Bedeutung. Sie wird die Werke nicht nur stabilisieren, sondern auch unser Verständnis ihrer Entstehung, ihrer Materialien und der zahlreichen Eingriffe, denen sie seit dem 18. Jahrhundert unterzogen wurden, vertiefen. Der Louvre hofft, so die volle Kohärenz dieser außergewöhnlichen Sammlung wiederherzustellen, die seit Jahrhunderten von Künstlern wie Watteau, Fragonard und Delacroix bewundert wurde, und den Zyklus in seinem ursprünglichen Kontext zu verorten: als Manifest der Macht, der Malerei und des Exzesses.

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