Am Montag war der Anblick von La Caverne auf dem Pont-Neuf, gelinde gesagt, enttäuschend. Die täuschend echt wirkende Außenplane, die JRs Installation ihr felsiges Aussehen verliehen hatte, war an beiden Enden der Brücke entfernt worden und gab den Blick auf die weiße, aufblasbare Struktur über fast ihre gesamte Länge von 120 Metern frei. Nur das mittlere Drittel des Kunstwerks wies noch seine mineralartigen Muster auf. „Es ist etwas traurig, es heute anzusehen“, seufzte ein Passant von der Brücke aus, wie France Télévisions berichtete. JR selbst hält sich mit der Bekanntgabe eines neuen Eröffnungstermins zurück. Auf Instagram bestätigte er lediglich, dass ein außergewöhnliches Unwetter am 2. Juni die Installation beschädigt hatte.
Eine Pechsträhne von Anfang an, Reparaturen laufen derzeit in Werkstätten in der Bretagne.
Das Projekt „La Caverne“ hatte von Anfang an Pech. Am 11. Mai, während der ersten Phase des Aufbaus der Säulen, herrschten nachts nur drei Grad Celsius. Der Aufbau der Konstruktion musste daraufhin dreimal wegen extrem starker Winde verschoben werden. Eine Hitzewelle erschwerte die Arbeit der Teams zusätzlich, bevor die Temperaturen am 2. Juni rapide sanken und die Schäden verursachten. In der Nacht vom 5. auf den 6. Juni wurden die zerrissenen Teile der Plane von Paris in die Werkstätten der bretonischen Firma transportiert, die sie hergestellt hatte. Die Reparatur der aufblasbaren Konstruktion selbst soll vor Ort erfolgen. In der Zwischenzeit sind rund dreißig Vermittler, deren Verträge bereits vor den Zwischenfällen unterzeichnet waren, permanent in der Nähe des Pont-Neuf stationiert, um Fragen von Schaulustigen und Besuchern zu beantworten. Einer von ihnen ist Scott Cohen, ein amerikanischer Künstler, der mit Christo und Jeanne-Claude zusammengearbeitet hat, denen das Kunstwerk gewidmet ist. „Bei einem solchen Projekt gibt es immer unvorhergesehene Ereignisse“, sagt er. „Tatsächlich ist das sogar Teil des Prozesses“, lächelte er gegenüber France Télévisions. „Christo war ganz auf die Genehmigungen fixiert. JR hingegen ist vom Wetter abhängig!“ Während er auf die Wiedereröffnung wartet, lädt JR seine Fans ein, die Skizzen der Installation bis zum 25. Juli (Dienstag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr) in der Galerie Perrotin, Rue de Turenne 76 in Paris, zu entdecken.
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