Der deutsche Anatom Gunther von Hagens, Erfinder der Plastinationstechnik und Schöpfer der umstrittenen Körperwelten-Ausstellungen, starb am 24. Juli im Alter von 81 Jahren nach langem Kampf gegen die Parkinson-Krankheit, an der er zwanzig Jahre lang litt und die durch eine Hirnblutung verschlimmert wurde. Seinem letzten Willen entsprechend wird sein Körper plastiniert.
Eine 1977 erfundene Technik zur Konservierung menschlicher Gewebe
Gunther von Hagens, auch bekannt als „Doktor Tod“, entwickelte 1977 die Plastination. Dieses Verfahren entfernt Wasser und Fett aus organischem Gewebe und ersetzt sie durch Silikon oder Epoxidharz, wodurch die Körper starr und dauerhaft ausstellbar werden. Die 1995 gestartete Wanderausstellung „Körperwelten“, die plastinierte Körper in Alltagsposen präsentierte – einige davon seziert, um ihre inneren Organe freizulegen –, zog weltweit rund 60 Millionen Besucher an.
In einer Erklärung würdigten das Plastinationsinstitut und die Familie des Anatomen einen Pionier, Forscher und Erfinder sowie einen unkonventionellen und manchmal kontroversen Denker, dessen Arbeit die Anatomie der breiten Öffentlichkeit zugänglich machte und gleichzeitig zur Reflexion über Gesundheit, Krankheit und Sterblichkeit anregte.
Ausstellungen, die oft Empörung ausgelöst haben
Gunther von Hagens' inszenierte Ausstellungen von menschlichen und tierischen Leichen haben weltweit regelmäßig Kontroversen ausgelöst, einige Ausstellungen wurden sogar verboten. Seine 2015 auf dem Alexanderplatz am Fuße des Berliner Fernsehturms installierte Dauerausstellung wurde von den Bezirksbehörden vor Gericht angefochten, da sie diese als Verstoß gegen das regionale Bestattungsrecht ansahen; die Behörden verloren den Prozess jedoch letztendlich.
Seine Frau Angelina Whalley, selbst Ärztin, hatte sich seit den 1990er Jahren aktiv an der Entwicklung dieser Ausstellungen an seiner Seite beteiligt und dazu beigetragen, dass Body Worlds zu einer der meistbesuchten privaten Museumsketten der jüngeren Geschichte wurde.
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