An den Ufern des Flusses Capanaparo in Venezuela kämpfen einige Biologen darum, das Orinoco-Krokodil, eines der am stärksten gefährdeten Reptilien der Welt, vor dem Aussterben zu bewahren. Lange Zeit wurde das Tier wegen seiner Haut gejagt und sein Lebensraum wurde zerstört. In den letzten Jahrzehnten ist sein Bestand dramatisch zurückgegangen.
Der 34-jährige venezolanische Biologe Carlos Alvarado ist einer von denen, die ihr Leben diesem Ziel verschrieben haben. Mit Maßband und Messschieber misst er das Wachstum junger Krokodile, bevor er sie in die freie Wildbahn entlässt. Diese geduldige Arbeit zielt darauf ab, die wilde Population zu stärken, die derzeit auf nur wenige Hundert Tiere geschrumpft ist.
In Gefangenschaftszuchtprogrammen wurden mehrere tausend junge Reptilien großgezogen, doch ihre Wiedereinführung bleibt komplex. Viele scheitern angesichts anhaltender Bedrohungen: illegale Jagd, Flussverschmutzung und die Ausbreitung landwirtschaftlicher Nutzflächen in Nistgebieten. Biologen betonen, dass dringend mehr Unterstützung durch Behörden und die internationale Gemeinschaft erforderlich ist, um das Aussterben der Art zu verhindern.
Experten zufolge könnte sich das Schicksal des Orinoko-Krokodils in den kommenden Jahren entscheiden. Sollten die derzeitigen Schutzbemühungen scheitern, könnte die Art in freier Wildbahn aussterben. Damit würde das Flussökosystem eines wichtigen Raubtiers und Symbols der venezolanischen Artenvielfalt verloren gehen. Für Carlos Alvarado und seine Kollegen ist jede Krokodilfreilassung ein kleiner Sieg, doch das letzte Rennen ist noch lange nicht vorbei.