Tierhandel – 2025, das dunkle Jahr für Wildtiere laut Interpol
Tierhandel – 2025, das dunkle Jahr für Wildtiere laut Interpol

Der illegale Handel mit lebenden Tieren erreichte 2025 ein besorgniserregendes neues Ausmaß. Laut einem am 11. Dezember von Interpol veröffentlichten Bericht wurden in den letzten Monaten alle Rekorde bei den Beschlagnahmungen gebrochen. Bei der größten Operation des Jahres wurden in 134 Ländern fast 30.000 Wildtiere sichergestellt. Dies verdeutlicht das Ausmaß einer Plage, die mittlerweile mit anderen Formen der transnationalen Kriminalität verknüpft ist. Von Affen und Schildkröten bis hin zu exotischen Vögeln – der Handel hat enorme Dimensionen angenommen. Bei einer Operation zwischen September und Oktober stellten die Behörden 6.160 Vögel, 2.040 Schildkröten, 1.150 Reptilien, 208 Primaten, 46 Schuppentiere, 10 Großkatzen und mehr als 19.000 weitere Tiere sicher. Weit entfernt von den vereinzelten Wilderern der Vergangenheit haben sich kriminelle Netzwerke zu organisierten Strukturen entwickelt, die wie regelrechte Kartelle agieren.

Ein globalisierter und vernetzter Verkehr

Dieser Trend wird maßgeblich durch die steigende Nachfrage nach exotischen Tieren angetrieben, vor allem für den Markt der exotischen Haustiere. Doch jenseits dieses Luxuskonsums warnt Interpol vor einer viel umfassenderen Realität: Diese Netzwerke sind mittlerweile mit Drogenhandel, Menschenhandel und Geldwäsche verflochten. Ihre Professionalisierung basiert zudem auf digitalen Währungen, die zur Verschleierung von Transaktionen genutzt werden. Ermittler haben so mehrere verdächtige Finanzströme über Kryptowährungen nachverfolgt. Dank der verstärkten Zusammenarbeit zwischen Polizei und Finanzplattformen konnten Verbindungen zwischen Tierhändlern und anderen Formen der Kriminalität aufgedeckt werden. In Katar wurde ein Mann festgenommen, der versuchte, einen bedrohten Primaten für 14.000 US-Dollar zu verkaufen. In Brasilien zerschlugen die Behörden ein Netzwerk mit 145 Verdächtigen und retteten über 200 Tiere, darunter Goldgelbe Löwenäffchen.

Alle potenziell betroffenen Tiere

Der Handel beschränkt sich keineswegs nur auf große Säugetiere, sondern betrifft auch Insekten und Wirbellose: Rund 10.500 Schmetterlinge, Spinnen und andere Gliederfüßer wurden bei der Operation beschlagnahmt. Der Handel mit Tierprodukten – Hörnern, Knochen, Muscheln, Schuppen und Fellen – floriert weiterhin, angeheizt durch den Markt für traditionelle Medizin und den illegalen Konsum. Interpol schätzt den weltweiten Wildtierhandel auf 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr, eine Summe, die aufgrund der Heimlichkeit dieser Transaktionen zweifellos weit unter dem tatsächlichen Wert liegt. Für Valdecy Urquiza, Generalsekretärin von Interpol, ist klar, dass es sich bei diesem Handel nicht mehr nur um Umweltvergehen handelt, sondern um ein globales, organisiertes Verbrechernetzwerk, dessen Einfluss sich über alle Regionen der Welt erstreckt.