Gegen das Vantara-Tierzentrum, das von Anant Ambani, dem jüngsten Sohn des indischen Milliardärs Mukesh Ambani, gegründet wurde, wird wegen Tierquälerei und illegaler Anschaffungen ermittelt, sagten mehrere mit dem Fall vertraute Quellen am Dienstag.
Gemeinnützige Organisationen werfen der Einrichtung, die sich selbst als eines der weltweit größten Wildtierschutzzentren bezeichnet, vor, Tiere auf unrechtmäßige Weise erworben und ihnen keine tierschutzgerechten Lebensbedingungen geboten zu haben. Diese Vorwürfe werfen einen Schatten auf die Initiative, die die Familie Ambani als großes philanthropisches Projekt anpreist.
Vantara im Bundesstaat Gujarat beherbergt über 150 Tiere und verfügt über eines der größten Elefantenkrankenhäuser des Landes. Das Zentrum wurde mit großem Tamtam und großer Aufmerksamkeit anlässlich der Hochzeit von Anant Ambani und Radhika Merchant im Jahr 000 eröffnet, einem landesweit beachteten Ereignis.
Als Reaktion auf die Vorwürfe erklärten Vertreter von Vantara, das Zentrum habe die geltenden Gesetze eingehalten und werde bei den Ermittlungen „vollständig kooperieren“. „Unsere oberste Priorität bleibt die Pflege, der Schutz und die Rehabilitation der Tiere“, hieß es in einer Erklärung der Organisation.
Der Fall erregt in Indien große Aufmerksamkeit, sowohl weil die Familie Ambani zu den reichsten und einflussreichsten Familien des Landes zählt als auch weil die Sensibilität für den Schutz von Wildtieren zunimmt. Für Tierrechtsgruppen könnte diese Untersuchung zu einem wichtigen Test für die Fähigkeit der Behörden werden, selbst den mächtigsten Konzernen Transparenz und Rechenschaftspflicht aufzuerlegen.