Am Freitag erlebte der Verkehr in Dromana, einem kleinen Küstenort im Bundesstaat Victoria, eine unerwartete Wendung. Ein Seehund ließ sich ruhig auf der Straße nieder und schlief mitten auf dem Asphalt ein. Eine Szene, die eine gewöhnliche Straße innerhalb von Sekunden in eine lokale Kuriosität verwandelt.
Vor Ort sicherte die Polizei das Gebiet, ohne das Tier zu stören. Kegel wurden um den Robben herum aufgestellt und eine Umleitung eingerichtet, um jegliche Kollisionsgefahr zu vermeiden. Autofahrer mussten sich derweil mit diesem lebenden Hindernis auseinandersetzen, das gleichermaßen liebenswert wie real war, wenn man sich ihm am Steuer näherte.
In der Nachbarschaft nennen ihn manche Sammy. Eine Anwohnerin, Laura Ellen, sagt, sie habe die Robbe gesehen und macht aus ihrer Überraschung keinen Hehl: „Wir wissen nicht, wo wir ihn als Nächstes sehen werden.“ Sie fügt hinzu, fast so, als spräche sie über einen etwas exzentrischen Nachbarn: „Normalerweise schläft er den ganzen Tag.“
Ein Umweg, den Sammy, ein lokaler Star mit Schnurrbart, verordnet hat.
Der Vorfall war schnell geklärt. Tierschützer brachten die Robbe zurück an den Strand, weg von Asphalt und Stoßstangen. Nachdem das Tier wieder in seinem natürlichen Lebensraum war, floss der Verkehr weiter, als wäre nichts geschehen. So entstand eine kleine Anekdote, die die Einheimischen beim nächsten Grillfest sicher noch erzählen werden.
Eine wichtige, wenn auch weniger skurrile, Erinnerung bleibt bestehen: Die Behörden des Bundesstaates Victoria betonen, dass Robben an dieser Küste häufig anzutreffen sind und dass es der Öffentlichkeit nicht gestattet ist, sie zu berühren oder zu füttern. Das Bild mag amüsant sein, die Regel weniger. Die Grenze zwischen spontaner Zuneigung und Respekt vor der Tierwelt muss klar definiert bleiben.
Letztendlich sagt diese Episode etwas über jene Küstenregionen aus, in denen die Natur noch immer das Sagen hat, selbst gegenüber den eingefahrenen Gewohnheiten der Autofahrer. Eine Straße, ein Tier, ein paar Pylonen, und ein ganzes Viertel ordnet sich neu. Und wenn Sammy das nächste Mal beschließt, woanders sein Haupt zu betten, weiß Dromana bereits, dass sie sich wieder anpassen muss.
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