Das Europäische Parlament bereitet den Weg für eine neue Generation von GVOs vor.
Das Europäische Parlament bereitet den Weg für eine neue Generation von GVOs vor.

Das Europäische Parlament wird diese Woche einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der europäischen Agrarpolitik unternehmen. Die Abgeordneten prüfen einen Vorschlag zur Zulassung von Pflanzen, die mithilfe neuer Genomtechniken (NGT) erzeugt wurden – einer Technologie, die von ihren Befürwortern als Instrument zur Bewältigung der Klima- und Gesundheitsherausforderungen der Landwirtschaft angepriesen wird.

Anders als die seit den 1990er Jahren entwickelten transgenen GVOs ermöglichen diese neuen Techniken die Veränderung bestimmter Gene in einer Pflanze, ohne DNA einer anderen Art einzuführen. Befürworter der Gesetzgebung glauben, dass diese Sorten resistenter gegen Dürre und Krankheiten sein und weniger Pestizide benötigen könnten. Angesichts des Klimawandels und der Wasserknappheit finden diese Argumente bei vielen europäischen Politikern Anklang.

Ein Streit um Agrarpatente

Obwohl das Zulassungsprinzip im Europäischen Parlament mittlerweile weitgehend akzeptiert zu sein scheint, konzentriert sich die Debatte auf die Frage der Patente. Mehrere gewählte Vertreter und landwirtschaftliche Organisationen befürchten, dass die Entwicklung dieser neuen Saatgutsorten die Vormachtstellung großer internationaler Saatgutkonzerne auf Kosten von Familienbetrieben weiter stärken wird.

Organisationen, die den ökologischen Landbau vertreten, sowie mehrere landwirtschaftliche Minderheitsverbände prangern die Gefahr einer zunehmenden Abhängigkeit der Landwirte von Patentinhabern an. Sie fordern stärkere Garantien für die Rückverfolgbarkeit von Saatgut und einen besseren Schutz der Erzeuger vor potenzieller Marktkonzentration.

Die Befürworter des Gesetzes argumentieren hingegen, dass die darin enthaltenen Schutzmaßnahmen diese neuen Praktiken regulieren werden. Bestimmte Anwendungen bleiben verboten, insbesondere Pflanzen, die gentechnisch so verändert wurden, dass sie gegen Herbizide resistent sind oder ihre eigenen Insektizide produzieren. Auch im ökologischen Landbau wird der Einsatz von NGTs weiterhin ausgeschlossen sein.

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