Die extreme Hitze und Dürre haben die Entwicklung der Reben im Jahr 2026 deutlich beschleunigt. In mehreren französischen Regionen beginnt die Lese zwei bis vier Wochen früher als üblich, was die Winzer zwingt, ihre Teams mitten im Sommer neu zu organisieren.
In der Aude-Region wurden die ersten Muskatellertrauben bereits am 15. Juli geerntet – ein Rekord für frühe Lese. Im Burgund könnten einige Parzellen im Mâconnais schon Mitte August geerntet werden, während auch in der Champagne, im Rhônetal und in Bordeaux mit einem früheren Lesebeginn gerechnet wird.
Trauben, die schneller reifen
Hitze beschleunigt zwar die Zuckerkonzentration in den Trauben, garantiert aber keine gleichmäßige Reifung. Bei zu starkem Wassermangel können die Beeren ihr Wachstum einstellen, austrocknen oder Säure verlieren. Winzer müssen ihre Weinberge daher täglich kontrollieren, um den idealen Erntezeitpunkt zu bestimmen.
Diese frühe Lese erschwert auch die Rekrutierung von Saisonarbeitskräften, die traditionell ab September eingesetzt werden. Vor allem aber verdeutlicht sie die anhaltende Verschiebung des Weinbaukalenders infolge des Klimawandels. Nach einem Juli 2026, der von Rekordhitze und Dürre geprägt war, werden Sommerlesezeiten in vielen französischen Weinbergen nun zur Normalität.
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