Ärzte ohne Grenzen gab am Montag, den 15. Juni, die Entlassung von 18 Mitarbeitern im Tschad bekannt. Ihnen wurde schweres Fehlverhalten vorgeworfen. Die Entlassungen erfolgten im Anschluss an eine interne Untersuchung, die Ende 2024 eingeleitet wurde, nachdem sudanesische Flüchtlinge, die von der NGO im Osten des Landes betreut wurden, schwere Vorwürfe sexueller Ausbeutung und Misshandlung erhoben hatten. Insgesamt wurden 59 Anschuldigungen von den Mitarbeitern der Organisation geprüft.
59 Vorwürfe wurden nach Zeugenaussagen geprüft.
Die mutmaßlichen Vorfälle betreffen Frauen, die vor dem Konflikt im benachbarten Sudan geflohen waren und in Flüchtlingslagern humanitäre Hilfe von Ärzte ohne Grenzen (MSF) erhielten. Die Organisation machte keine Angaben zur genauen Art der Übergriffe oder zur Identität der beteiligten Mitarbeiterinnen, bestätigte jedoch, dass nach Überprüfung der gesammelten Zeugenaussagen Disziplinarmaßnahmen ergriffen wurden. Der Tschad beherbergt seit mehreren Monaten Zehntausende sudanesische Flüchtlinge, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land geflohen sind.
Ein weiterer Skandal um die humanitäre Hilfe
Dieser Skandal reiht sich ein in die wachsende Liste von Missbräuchen, die von humanitären Helfern in Krisensituationen begangen wurden. Ärzte ohne Grenzen (MSF), eine der weltweit führenden medizinischen Notfallhilfsorganisationen, sah sich in der Vergangenheit in anderen Einsatzkontexten ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt. Die Organisation hat sich noch nicht dazu geäußert, ob rechtliche Schritte gegen die Beteiligten eingeleitet werden.
Gemeinschaft
Bemerkungen
Die Kommentarfunktion ist geöffnet, aber vor Spam geschützt. Beiträge und Kommentare mit Links werden manuell geprüft.
Sei der Erste, der diesen Artikel kommentiert.